Karen Olness und Daniel Kohen


Kinderhypnotherapie – Zum Stand der Kunst

Teil 1


Karen Olness eröffnet den Workshop mit einem kurzen Ausflug in die Geschichte der Hypnose unter dem Aspekt der Kinderheilkunde. Dann wendet sie sich den wichtigsten Prinzipien der hypnotherapeutischen Arbeit mit Kindern zu. Sie beschreibt u.a., dass sich die Interventionen nach den Entwicklungsstufen und Interessen der Kinder orientieren müssen. Anschließend vermittelt Daniel Kohen einen lebendigen Eindruck über den Erstkontakt mit einem Kind und den Eltern. In guter Ericksonianischer Tradition definiert er diese Begegnung als umfassenden hypnotischen Raum, in den auch die Vorannahmen, die Einstellungen der Kinder und der Eltern mit eingehen. Das Thema „hypnotische Induktion mit Kindern“ wird einleitend von Daniel Kohen erläutert und anschließend mit mehreren kurzen Videoeinspielungen veranschaulicht. Besonders eindrucksvoll ist die Sequenz aus dem „Vorschulkinder-, Familien-, Asthma- Programm“ mit zweieinhalb bis fünfjährigen Kindern. In Begleitung der Eltern erleben die Kinder ganz unterschiedliche Formen von Trancen.
Im letzten Teil referiert Karen Olness über das Thema: „Hypnose und Schmerzkontrolle“. Mit vielfältigen Praxisbeispielen und visueller Präsentation (Powerpoint während des gesamten Workshops) veranschaulicht sie folgende Schwerpunkte:
- Medikation und Kinderheilkunde
- Schmerz und Angst
- Voraussetzungen für nicht pharmakologischen Umgang mit Schmerz
- Techniken der Selbstregulation, Selbsthypnose
- ärztliche Behandlung mit gleichzeitiger hypnotischer Behandlung
- positive Suggestionen im Sprachgebrauch
- Auswirkungen von Erwartungen und Zuschreibungen von Erwachsenen - auf das Schmerzerleben der Kinder
- Neurophysiologie, Schmerzerleben und Hypnose
© 2002, VHS, ca.162 Minuten


Karen Olness und Daniel Kohen
Kinderhypnotherapie – Zum Stand der Kunst

Teil 2


Karen Olness setzt ihren Vortrag über Schmerzkontrolle fort, nun mit der besonderen Ausrichtung auf Migräne bei Kindern und Jugendlichen. Sie schildert die Ergebnisse statistischer Erhebungen, den typischen Verlauf einer Episode in fünf Phasen und die damit verbundenen Symptome und Ängste, die Pathogenese von Migräne und die Nebenwirkungen von pharmakologischen Behandlungen. Im Mittelpunkt ihres Vortrags steht die ausführliche Vorstellung einer Vergleichsstudie zwischen selbsthypnotischer Behandlung und pharmakologischer Behandlung von Migräne, an der 28 Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren über 12 Wochen teilnahmen.
Die Selbsthypnose bestand aus den Elementen: Entspannungstraining, Biofeedback und Methoden der Schmerzkontrolle.
Daniel Kohen verdeutlicht anschließend unter dem Leitsatz „helping children and parents help themselves“ sein Verständnis von Problemmustern und seine Vorgehensweise mit Kindern in der Therapie (Rapport, History, Education). An dem Beispiel Enuresis (Einnässen) veranschaulicht er nachhaltig die Aufgabe des Therapeuten als sensiblen Fragesteller und Assistenten des Kindes, das alte Muster durch ein neues zu ersetzen. Eine wunderbare Suggestion im Zusammenhang mit der Körperkontrolle lautet: You are the boss. Ebenso eindrucksvoll ist die kindgerechte visuelle Vermittlung von Körperfunktionen. Zwei Videoeinspielungen (ein Erstgespräch mit einem neunjährigen Mädchen, Problem Enuresis, eine Therapiesequenz mit einem zehnjährigen Jungen, Problem u.a. Haareausziehen) geben abschließend einen kurzen praktischen Einblick.
© 2002, VHS, ca.126 Minuten


Karen Olness und Daniel Kohen
Kinderhypnotherapie – Zum Stand der Kunst

Teil 3


Das Thema ist die Angst vor Prüfungen, Leistungswettbewerben oder öffentlichen Auftritten, die „Performance Anxiety“. Zu Beginn beschreibt Karen Olness, mit welchen Fragen sie die Therapie eröffnet. Ihre Intention ist, das Symptom der Angst aus einer neuen Perspektive sichtbar zu machen. Mit Fallbeispielen veranschaulicht sie anschließend wichtige Grundsätze (u.a. Beachtung der Entwicklungsgeschichte des Symptoms, wirklicher Wunsch nach Veränderung) und Methoden (u.a. Affektbrücke, positiv future programming). An dem Fall eines zehnjährigen Mädchens, das beim wettbewerbsmäßigen Eiskunstlaufen Nesselfieber bekommt, erarbeitet Karen Olness gemeinsam mit den Teilnehmer/innen die therapeutische Herangehensweise, erste Ideen und Fragen. Danach stellt sie ausgiebig ihre Behandlung des Mädchens vor.
„Wo war die Hypnose?“ so lautet die Frage von Daniel Kohen nach einer Videoeinspielung. Gezeigt wird eine Therapiesequenz mit einem siebenjährigen Jungen mit cerebralen Lähmungen. Ein Lehrbeispiel für die einfühlsame Nutzung von Wahrnehmungspräferenzen für den Rapport und die Tranceinduktion. Mit einer weiteren Falldarstellung mit dem Hintergrund „9/11“ beendet Daniel Kohen diesen Teil des Workshops.
© 2002, VHS, ca.79 Minuten


Karen Olness und Daniel Kohen
Kinderhypnotherapie – Zum Stand der Kunst

Teil 4

Nach dem Karen Olness kurz auf die Frage eingegangen ist, ob Kinder mit epileptischen Anfällen mit Hypnose behandelt werden können, erörtert sie ausführlich die Therapie mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern (ADHS). Anschließend wendet sie sich dem Themenschwerpunkt dieses Nachmittags zu, der Psychoneuroimmunologie. Der bekannte Anwendungsbereich hierfür ist die Behandlung von Warzen. Karen Olness’ Ansicht aber ist, dass es ein großes Potential für Hypnose auf diesem Gebiet gibt. Dies unterstreicht sie mit umfangreichen Hintergrundinformationen. Sie stellt Studien bzw. Behandlungsberichte zu folgenden Bereichen vor:
- Stress und die Folgen für das Immunsystem
- Stress und die Erkrankung der oberen Atemwege
- PTSD bei ehemaligen Kriegsgefangenen und Veränderungen des Blutbildes
- Kinder in Stresssituationen und Streptokokkeninfektionen
- Psychoneuroimmunologie und Selbsthypnose/Studie mit Kindern
- die Effekte von Musiktherapie
- Selbsthypnose und Warzenbehandlung
Unter dem Titel „Anwendung von Hypnose bei chronischen Erkrankungen“ hebt Daniel Kohen die Essenz der angesprochenen Themen hervor und veranschaulicht einige hypnotische Techniken, Strategien und Phänomene an bestimmten Krankheitsbildern. Nahezu beiläufig erleben die Teilnehmer/innen in einer Tranceübung, wie Wut loszuwerden ist. Das letzte Thema dieses informationsreichen Workshops ist das Tourette-Syndrom bei Kindern. Daniel Kohen zeigt eine Videosequenz einer Trance mit einem achtjährigen Jungen. Anschließend beschreibt er komorbide Erscheinungsformen, diskutiert die Behandlung mit Medikamenten (Haldol) und erläutert seine hypnotherapeutische Vorgehensweise mit diesen Kindern.
© 2002, VHS, ca.146 Minuten

Gesamter Workshop mit Daniel Kohen und Karen Olness,
Bestell-Nr. VT 1487, englisch mit deutscher Konsekutivübersetzung, Heidelberg 2002,
© 2002, VHS, ca. 9 Stunden auf 4 Videobändern, 96,- €


(Dieses Paketangebot ist nicht weiter rabattfähig.)

 
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